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Glossar / Investment-Lexikon: XETRA |
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Hilfreiche Begriffs-Erklärung von A-ZErklärung für "XETRA"
Geschichte Xetra löste am 28. November 1997 das IBIS-System ab. Gegen die Einführung des Systems regte sich Kritik, insbesondere von anderen Börsenplätzen und Verfechtern der Präsenzbörse. Befürworter führten marktgerechte Ausführungspreise, geringe Transaktionskosten, Gleichberechtigung, Standortunabhängigkeit und Anonymität der Handelspartner ins Treffen. Herausforderungen für ein elektronisches Handelssystem wie Xetra betreffen vor allem Stabilität, Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Latenz sowie eine langfristig steigende Marktaktivität. Xetra wurde schon in der Entwicklungsphase vom damaligen Kommunikationschef Wilhelm Brandt als Markenproduktentwickelt. Ziel war es, Xetra bei Nutzern und in der Öffentlichkeit so besser positionieren und auch an andere Börsen verkaufen zu können. Mitunter wird Xetra auch als Abkürzung für Electronic Trading oder Exchange interpretiert, so etwa im technischen Handbuch der Deutsche Börse AG. Die Konzeption und informationstechnische Umsetzung des Xetra-Systems basierte auf dem von Deutsche Börse Systems gestalteten Eurex-System und wurde im Auftrag der Deutschen Börse AG von Andersen Consulting (heute Accenture) und Deutsche Börse Systems durchgeführt. Hintergründe Über 83 Prozent des gesamten Aktienhandels an deutschen Börsen werden über das Xetra-Handelssystem abgewickelt[1]. Xetra ist an Handelstagen der Frankfurter Wertpapierbörse von 9:00 bis 17:30 Uhr geöffnet. An derPräsenzbörse in Frankfurt am Main wird hingegen bis 20:00 Uhr gehandelt. Die Preise auf Xetra sind Basis zur Berechnung des bekanntesten deutschen Aktienindex DAX. Durch hohes Angebot und Nachfrage (Liquidität) wird eine Wertpapierorder, besonders in den DAX-Werten, am Handelsplatz Xetra schneller und zu marktgerechteren Preisen ausgeführt als an anderen Handelsplätzen. Dieses Prinzip wird zusätzlich durch Liquiditätsversorger (sogenannte Designated Sponsors) unterstützt; diese haben zu ausgewählten auf Xetra gehandelten Wertpapieren laufend verbindliche An- und Verkaufspreise (Quotes) in den Markt einzustellen. Da der gesamte Handel elektronisch vollzogen wird, kann es in Xetra häufiger zu Teilausführungen der Aufträge kommen als an Präsenzbörsen. Um unerwünschte starke Preisschwankungen zu vermeiden, kann für den Handel in einem Wertpapier automatisiert eine Volatilitätsunterbrechung (Volatility Interruption) vorgenommen, bzw. kann das Wertpapier von der Handelsüberwachungsstelle (HÜSt) der Deutschen Börse AG manuell vom Handel ausgesetzt werden. Die Teilnahme am Handel über Xetra sowie am Parketthandel benötigt keine separate Zulassung, sondern neu gelistete Wertpapiere werden automatisch für den Handel auf beiden Handelsystemen freigeschaltet. Die Xetra-Technologie wird auch für die Irische Börse, die Bulgarische Börse, die Wiener Börse und den Leipziger Strommarkt EEX eingesetzt und soll auch am Shanghai Stock Exchange benutzt werden.
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